pfefferberg

Über uns

Die Stiftung Pfefferwerk wurde 1999 gegründet und im Mai 2000 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts durch die Senatsverwaltung für Justiz des Landes Berlin staatlich anerkannt.

Stiftungsvermögen ist die Immobilie Pfefferberg, die Pachteinnahmen aus der ehemaligen Brauerei im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg bilden die wesentliche finanzielle Basis der Arbeit. Darüber hinaus werden Drittmittel und Spenden eingeworben (dabei gibt es keine Zuwender, die mehr als zehn Prozent der Einnahmen zur Verfügung stellen).

Auf dieser Grundlage können eigene Vorhaben durchgeführt sowie in wachsendem Maße Initiativen und Projekte anderer gemeinnütziger Träger unterstützt werden, die im Rahmen der Förderbereiche der Stiftung tätig sind. Weitere Voraussetzung für eine Zuwendung ist, dass diese Projekte neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen oder am Arbeitsmarkt Benachteiligten den Einstieg ins Erwerbsleben erleichtern.

Die Stiftung Pfefferwerk hat sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen. Über uns enthält deshalb auch alle diesbezüglich geforderten Informationen.

Die Stiftung Pfefferwerk ist alleinige Gesellschafterin der
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH. Sie ist Mitglied im Deutschen PARITÄTischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., im Bundesverband Deutscher Stiftungen sowie von REVES, dem Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie mit Sitz in Brüssel.

Die Gemeinnützigkeit der Stiftung Pfefferwerk wurde vom Finanzamt für Körperschaften I Berlin zuletzt mit Schreiben vom 28. Februar 2020 für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt.

Stiftungszwecke

Gemäß ihrer Verfassung verfolgt die Stiftung Pfefferwerk folgende sechs Stiftungszwecke:

  • Umweltschutz
  • Denkmalschutz
  • berufliche Bildung und Volksbildung
  • generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke)
  • Kultur
  • Völkerverständigung.

 

Förderkreis

Seit der Gründung der Stiftung Pfefferwerk bringt sie ihre Ressourcen dafür ein, Vielfalt zu befördern und den sozialen Zusammenhalt im Gemeinwesen zu stärken. Neben den Erbpachtzinsen und Zuwendungen fließen Spenden in die fördernde und operative Arbeit.

Eine neue, zentrale Säule für die Weiterentwicklung der Stiftungsarbeit ist der Förderkreis, dem sich Privatpersonen, Firmen und Institutionen anschließen können.

Die regelmäßigen Spenden bewirken:

die Ausweitung der Fördertätigkeit in Berlin und

den Ausbau des (sozio)kulturellen Engagements der Stiftung Pfefferwerk auf dem Pfefferberg

 

Die Mitglieder im Förderkreis

erhalten regelmäßig Informationen über die aktuellen Aktivitäten der Stiftung Pfefferwerk,

werden zu den Veranstaltungen eingeladen, die die Stiftung Pfefferwerk durchführt,

können auf Wunsch geförderte Projekte und die Akteure vor Ort persönlich kennenlernen,

können sich an der Vergabe eines Preises beteiligen, den der Förderkreis jährlich verleiht.

Wenn auch Sie die Stiftungsarbeit regelmäßig unterstützen möchten, senden Sie uns bitte eine Mail oder füllen einfach den Flyer aus.

Herzlichen Dank

Organe

Gemäß Verfassung der Stiftung Pfefferwerk führt ein aus zwei Mitgliedern bestehender Vorstand, beide im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses, die Geschäfte der Stiftung.

Dem Stiftungsvorstand gehören an:

  • Margitta Haertel, Vorsitzende des Stiftungsvorstands
  • Karin Scheurich, stellv. Vorsitzende des Stiftungsvorstands

Der ehrenamtlich tätige Stiftungsrat bildet das Aufsichtsgremium und beschließt Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung. 

Dem Stiftungsrat gehören an:

  • Christine Keil, Bezirksstadträtin Pankow a.D., Vorsitzende des Stiftungsrates
  • Claudia Nier, Architektin, stellvertretende Vorsitzende
  • Rona Tietje, Bezirksstadträtin Pankow
  • Norbert Ellermann, Rechtsanwalt und Steuerberater
  • Günther Öchsner, Diplom-Volkswirt.
Verfassung

Die Verfassung als Download.

Stiftung Pfefferwerk in Zahlen
Stiftung Pfefferwerk Berlin    
       

A. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2018

 
           
          Geschäftsjahr
        Euro Euro
           
1. Umsatzerlöse (Einnahmen aus Erbpacht)   283.054,50
           
2. Sonstige betriebliche Erträge   17.422,52
  a)   Erträge aus der Auflösung von Sonderposten    
  b)   sonstige Erträge im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit    
  c)   Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen    
  d)   Zuwendungen    
  e)   Spendeneingänge    
  f)   Sonstige Erträge    
           
3. Materialaufwand    
      Aufwendungen für bezogene Leistungen   380,80
           
4. Personalaufwand    
  a)   Löhne und Gehälter 49.080,01  
  b)   Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 12.755,06 61.835,07
5. Abschreibungen    
      auf immatrielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen  250,00  
          250,00
           
6. Satzungsgemäße Förderungen    
      Aufwand für Förderungen 243.532,00  
      andere 31.257,26    
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   274.789,26
           
           
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   36.987,71
           
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   2.845,32
           
10. Steuern  vom Einkommen und Ertrag   0,00
           
11. Jahresfehlbetrag   2.635,72
           
           

B. Personal- / Beschäftigungsstruktur

Im Jahr 2018 waren die beiden Vorstandsmitglieder mit insgesamt 0,95 VZ fest bei der Stiftung Pfefferwerk angestellt (davon ein Minijob),

Zusätzlich waren eine Mitarbeiterin projektbezogen bis zum 31.08. 2018 und erneut ab 01.11.2018 auf Minijobbasis beschäftigt.

Darüber hinaus werden bei Bedarf gelegentlich in geringem Umfang Honoraraufträge vergeben.

Weitere Beschäftigungsverhältnisse bestehen nicht.

C. Bilanz 2018

Bilanz 2018.pdf

Flyer

Unser aktueller Flyer.

Jahresbericht 2018

Bericht über die Tätigkeit der Stiftung Pfefferwerk im Jahr 2018

Vorbemerkungen

Die Tätigkeit der Stiftung Pfefferwerk erfolgte im Berichtszeitraum weiterhin auf der Grundlage der im Jahr 2000 genehmigten Verfassung und nachfolgender Änderungen mit Stand von November 2010 sowie den Geschäftsordnungen von Stiftungsrat und Vorstand, beide ebenfalls aus dem Jahr 2000. Gemäß Verfassung bestehen sechs Stiftungszwecke, die durch fördernde und operative Tätigkeiten zu erfüllen sind. Auf Beschluss des Stiftungsrates lag der Schwerpunkt auch im Jahr 2018 auf den Stiftungszwecken berufliche Bildung und Volksbildung sowie generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit.

Im Berichtszeitraum wurden die Stiftungszwecke im Besonderen dadurch erfüllt, dass projektbezogen Zuwendungen ausgereicht wurden. Auf der Basis der Grundsätze der Förderung und der Förderrichtlinien in der jeweils am 26.09.2011 verabschiedeten Fassung bewilligte die Stiftung Pfefferwerk aus eigenen Mitteln für 61 Projekte gemeinnütziger Träger und vier bedürftige Einzelpersonen bzw. ihre Familien Fördermittel/Zuschüsse in Höhe von insgesamt 243.532,00 Euro. Den zahlenmäßig größten Anteil hatte der Stiftungszweck berufliche Bildung und Volksbildung mit 28 Projekten und einem Gesamtfördervolumen von 107.480,00 Euro. Für Aktivitäten, die dem Stiftungszweck generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit zuzuordnen sind, stellte sie gemeinnützigen Trägern im Jahr 2018 ebenfalls mehr als 100.000,00 Euro zur Verfügung. Hierbei ist noch anzumerken, dass die bezuschussten Projekte zwar jeweils einem Stiftungszweck zugeordnet wurden, tatsächlich aber aufgrund der Inhalte bzw. Zielgruppe häufig mehrere erfüllten. Eine detaillierte Einzelaufstellung aller ausgereichten Förderungen befindet sich im Anhang.

Weiter ist festzustellen, dass sowohl die 35 geförderten Projekte, die schwerpunktmäßig für bzw. mit Kindern und Jugendlichen entwickelt und umgesetzt worden sind, als auch die 26 Projekte, die sich vor allem an die Altersgruppe der Erwachsenen richteten, unter den Teilnehmenden bzw. Begünstigten einen hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund verzeichneten, darunter viele mit aktueller Fluchterfahrung. Einige der Projekte zielten speziell auf die Verbesserung der Integration von Langzeitarbeitslosen und von Menschen mit Beeinträchtigungen ab.  

Regional betrachtet, fand etwa jedes Vierte der von der Stiftung Pfefferwerk 2018 unterstützten Projekte im Bezirk Pankow statt, jedes Sechste war im Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg angesiedelt. Jeweils mehrere Zuwendungen reichte die Stiftung Pfefferwerk darüber hinaus auch für Vorhaben gemeinnütziger Träger in den Bezirken Neukölln, Spandau, Treptow/Köpenick und Lichtenberg sowie für berlinweit ausgerichtete Projekte aus.

Zusätzlich zu den ausgereichten Fördermitteln wendete die Stiftung Pfefferwerk in allen sechs Stiftungszwecken Personal- und Sachkosten für operative, eigene Aktivitäten auf. Neben der Beteiligung an zwei wesentlich aus dem Programm ERASMUS+ finanzierten Projekten war der Fokus in dem Kontext besonders auf den Standort Pfefferberg gerichtet. Deshalb führte die Stiftung Pfefferwerk auf dem Gelände mehrere Veranstaltungen durch, darunter im Rahmen des Projekts „Minorities Education Through Arts“ und als Beitrag im Programm für Berliner Schülerinnen und Schüler zum Europäischen Kulturerbejahr.

Einer der Höhepunkte des Berichtsjahres war, dass der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss die Stiftung Pfefferwerk einlud, das Modell Pfefferberg/Stiftung Pfefferwerk und die bisherige Entwicklung im Rahmen seiner Veranstaltung zum Europäischen Tag der Sozialökonomie am 4. Juni 2018 in Brüssel als inspirierendes, erfolgreiches Praxisbeispiel vorzustellen. Einen weiteren Höhepunkt bildete auch im Jahr 2018 die Präsentation der im eigenen Förderprogramm „Mit Deiner Idee geht mehr!“ geförderten Projekte während der Berliner Stiftungswoche.

Administration

1. Organe der Stiftung

1.1. Stiftungsrat

Der Stiftungsrat war ehrenamtlich tätig. Die Mitglieder kamen im Berichtszeitraum zu drei ordentlichen Sitzungen zusammen und erhielten dafür eine Aufwandsentschädigung. Bei Bedarf fanden weitere Gespräche einzelner Mitglieder des Rates mit dem Vorstand statt.

Dem Stiftungsrat gehörten im Jahr 2018 folgende Mitglieder an:

  • Claudia Nier (Architektin) - bis zum 03.12.2018 Vorsitzende des Stiftungsrates, danach stellvertretende Vorsitzende;
  • Christine Keil (bis 10/2016 Bezirksstadträtin) - seit dem 03.12.2018 Vorsitzende des Stiftungsrates;
  • RA Norbert Ellermann (Steuerberater);
  • Günther Öchsner (Dipl.Volkswirt);
  • bis zum 03.12.2018: Reinhard Kraetzer (Abteilungsleiter, Bezirksbürgermeister a.D.), - stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates;
  • seit dem 03.12.2018: Rona Tietje (Bezirksstadträtin Pankow).

1.2. Vorstand

Den geschäftsführenden Vorstand bildeten weiterhin Margitta Haertel, Vorsitzende des Vorstands, und als stellvertretende Vorsitzende Karin Scheurich. Er hat im Haus 12 auf dem Pfefferberg (Schönhauser Allee 176/ Christinenstraße 18-19) seinen Sitz.

2. Mitgliedschaften

Im Berichtszeitraum setzte die Stiftung Pfefferwerk die Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. fort. In diesem Rahmen war sie auf dem Berliner Stiftungstag und auf dem bundesweiten Treffen in Nürnberg vertreten. Sie beteiligte sich an der Berliner Stiftungswoche und nahm an thematischen Fachveranstaltungen teil. Im September traf sich das Stiftungsnetzwerk Bildung auf dem Pfefferberg zu seinem Bundestreffen. 

Fortgeführt wurden auch die Mitgliedschaften im Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie (REVES) sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., wobei M. Haertel erneut im Wahlausschuss tätig wurde. Stellvertretend für den Pfefferberg nimmt die Stiftung Pfefferwerk die Mitgliedschaft bei der Europäischen Route der Industriekultur, ERIH e.V., wahr.

Operative und fördernde Tätigkeit

Gemäß ihrer Verfassung ist die Stiftung Pfefferwerk sowohl fördernd als auch operativ in den Bereichen Umweltschutz, Denkmalschutz, berufliche Bildung und Volksbildung, generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke gemäß § 53 Abgabenordnung), Kultur und Völkerverständigung tätig und verbindet das mit dem Anspruch, die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze zu befördern, arbeitsmarktpolitische Aktivitäten zu unterstützen und/oder die Chancen Benachteiligter auf eine Integration in das Erwerbsleben zu verbessern.

1. Umweltschutz

In diesem Stiftungszweck bewilligte die Stiftung Pfefferwerk 2018 zwei gemeinnützigen Trägern Zuschüsse für Projekte, wo vorwiegend benachteiligte Menschen mit Blick auf ihre Lebensumwelt gärtnerisch tätig wurden, und einem weiteren gemeinnützigen Träger eine Zuwendung für ein Projekt im Bereich Umweltbildung / -erziehung (gesamt 8.500,00 Euro).

Operativ beteiligte sie sich an der Vorbereitung und Finanzierung der Fachtagung „Klimaschutz an Schulen“, einer Weiterbildung für Lehrer/innen an Berliner Schulen, die im Oktober auf dem Pfefferberg stattfand.

2. Denkmalschutz

Auch im Jahr 2018 reichte die Stiftung Pfefferwerk einen Zuschuss an den gemeinnützigen Denk mal an Berlin e.V. als Beitrag zur Finanzierung von Workshops bzw. Projektwochen aus, die in Kooperation von sieben bezirklichen Museen mit jeweils einer Bildungseinrichtung im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals und in den Herbstferien stattfanden.

Als eigene Aktivität in dem Stiftungszweck realisierte sie Führungen für interessierte Besucher/innen aus dem In- und Ausland auf dem Pfefferberg-Gelände zur Geschichte und Entwicklung des Areals, darunter drei Führungen zum Tag des offenen Denkmals.

Aufgrund der Aufnahme des Pfefferbergs in die Europäische Route der Industriekultur (ERIH) Ende 2017 nahm die Stiftung Pfefferwerk im April 2018 am Treffen der ERIH-Standorte in Deutschland teil. Auf Initiative der Stiftung Pfefferwerk wurde der Pfefferberg Anfang 2018 zudem in die Route der Industriekultur Berlin aufgenommen, vorerst mit dem Status eines Partners. In diesem Kontext beteiligte sich die Stiftung Pfefferwerk, unterstützt von anderen Pfefferberg-Akteuren, mit einem speziell entwickelten Workshopangebot am Programm für Berliner Schülerinnen und Schüler zum Europäischen Kulturerbejahr (ECHY). Ganzjährig bestand ein reger Austausch mit dem Berliner Zentrum für Industriekultur (bzi), das in Berlin federführend für beide Routen der Industriekultur ist.

3. Berufliche Bildung und Volksbildung

3.1. Bei der Vergabe von Fördermitteln legte die Stiftung Pfefferwerk einen Schwerpunkt auf die Bezuschussung von Angeboten zur Unterstützung der beruflichen Orientierung, die gemeinnützige Träger für benachteiligte Jugendliche konzipieren und durchführen:

  • Im Rahmen des 2017 entwickelten Förderprogramms selbeR.machen bewilligte sie im Jahr 2018 in der Fördersäule Mit Deiner Idee geht mehr! Zuwendungen für drei Projekte (11.450,00 Euro) und in der Fördersäule ReparierFonds für acht Projekte (25.500,00 Euro).
  • Darüber hinaus bewilligte die Stiftung Pfefferwerk zur Unterstützung der beruflichen Orientierung von benachteiligten Jugendlichen Zuschüsse für weitere fünf Projekte.
  • Fünf weitere Projekte wurden gefördert, damit benachteiligte Kinder und Jugendliche ihre Lernergebnisse verbessern und dafür kostenfrei Angebote zur Nachhilfe und/oder Sprachförderung nutzen können.

3.2. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Förderung von Angeboten gemeinnütziger Träger, die darauf abzielen, die Chancen benachteiligter Erwachsener auf den Einstieg ins Erwerbsleben zu verbessern. Für fünf solcher Projekte stellte die Stiftung Pfefferwerk 2018 Zuschüsse in Höhe von insgesamt 17.330,00 Euro zur Verfügung.

Im Zuge ihrer operativen Aktivitäten engagierte sich die Stiftung Pfefferwerk auch 2018 für die Weiterentwicklung der Idee, das Thema Reparieren mit Berufsorientierung an Schulen zu verknüpfen. Dazu organisierte sie u.a. ein Netzwerktreffen auf dem Pfefferberg.

Im Kontext des Projekts „Minorities Education through Arts“ (META) realisierte sie über die im Projektantrag geplanten Maßnahmen hinaus eine Vorlesung von Prof. Margiotta/Universität Venedig mit anschließender Fachdiskussion auf dem Pfefferberg, zu der sich mehr als 30 interessierte Akteure einfanden.    

Weiter informierte die Stiftung Pfefferwerk auch 2018 auf Veranstaltungen und in Gesprächen Expert/innen verschiedener Fachrichtungen und andere Interessierte über das Stiftungsmodell.

4. Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit

Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen bei der (weiteren) Integration von Menschen mit aktuellem Fluchthintergrund war im Berichtszeitraum der Fokus der Arbeit in diesem Stiftungszweck in besonderem Maße auf den Bereich der Wohlfahrtspflege gerichtet.  

4.1       Kinder- und Jugendhilfe

Die Stiftung Pfefferwerk vergab 2018 einen Zuschuss in Höhe von 5.000,00 Euro als Kofinanzierung für ein mehrjähriges Projekt des gemeinnützigen Wir im Brunnenviertel e.V., bei dem engagierte Jugendliche, die meisten von ihnen mit Migrationshintergrund, Bildungs- und Freizeitangebote für geflüchtete Jugendliche realisieren.

4.2       Wohlfahrtspflege

Im Jahr 2018 bewilligte die Stiftung Pfefferwerk Zuwendungen für insgesamt 22 Projekte gemeinnütziger Träger, die in diesem Bereich angesiedelt waren. Somit konnte sie vielfältige, teils niedrigschwellige Bildungs-, Beratungs- und Beschäftigungsangebote ermöglichen bzw. unterstützen. Die geförderten Projekte spiegelten einerseits ein breites Spektrum an Bedarfen und Voraussetzungen bei unterschiedlichen Ziel- und Altersgruppen, andererseits ein hohes zivilgesellschaftliches Engagement vielerorts in Berlin.

Operativ wurde die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum u.a. tätig, indem sie im Beirat von zwei Projekten mitarbeitete, die wesentlich aus dem Programm „Partnerschaft, Entwicklung, Beschäftigung“ finanziert werden. Das zentrale Anliegen beider Projekte besteht darin, Erwerbslose zu qualifizieren und (wieder) in Beschäftigung zu bringen. Träger sind die gemeinnützigen Organisationen WeTeK Berlin gGmbH und emPATI gGmbH.

Seit Oktober 2018 arbeitet die Stiftung Pfefferwerk in dem von der Universität Florenz konzipierten und aus dem Programm ERASMUS+ finanzierten Projekt „Manifest für inklusives Lernen“ mit, das darauf abzielt, die Zugangsmöglichkeiten von Geflüchteten, aber auch von anderen Menschen mit Migrationshintergrund zu Bildung zu verbessern.    

4.3       Mildtätige Zwecke

Aus eigenen Mitteln unterstützte die Stiftung Pfefferwerk 2018 zwei bedürftige Jugendliche bzw. ihre Familien jeweils kontinuierlich bei der Finanzierung des monatlichen Eigenanteils für den Besuch einer freien Schule. Ebenfalls längerfristig gewährte sie einem jungen Gehörlosen einen Zuschuss zur Miete eines Arbeitsplatzes in einem Co-Working-Space. Darüber hinaus unterstützte sie einen jungen Mann aus Afghanistan einmalig bei der Finanzierung eines zusätzlichen Deutschkurses und so bei der Weiterführung seiner Ausbildung.

Aus dem Programm „KinderZukunft“ des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. bzw. seiner Stiftung für den Bezirk Pankow gab die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum einen Betrag von 5.916,09 Euro weiter, der 79 bedürftigen Kindern bzw. deren Familien zu Gute kam.

5. Kultur

Drei der fünf Zuwendungen im Rahmen des Stiftungszwecks Kultur, deren Gesamthöhe  sich im Berichtszeitraum auf 16.342,00 Euro belief, wurden an den gemeinnützigen Träger WeTeK Berlin gGmbH ausgereicht. Sie dienten der Kofinanzierung von Beratungs- und Qualifizierungsangeboten für Kreative und Künstler/innen. Die beiden anderen Zuwendungen kamen unmittelbar in gemeinnützigen Vereinen organisierten Künstler/innengruppen zugute, die versuchen, im Arbeitsmarkt Kultur anzukommen.

Im Zuge der operativen Arbeit organisierte die Stiftung Pfefferwerk zusätzlich zu den im Projektantrag geplanten Maßnahmen des Projekts „Minorities Education through Arts“ einen Vermittlungsworkshop, bei dem Dr. Gilda Esposito/Universität Florenz rund 20 in Berlin lebende Künstlerinnen und Künstler verschiedenster Herkunft an die im Projekt erarbeiteten Methoden heranführte. 

6. Völkerverständigung

Im Berichtszeitraum vergab die Stiftung Pfefferwerk an den gemeinnützigen Verein Deutsch-Armenische Initiative e.V. einen Zuschuss in Höhe von 4.200,00 Euro für gemeinsame Freizeit- und Integrationsangebote von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten (einschließlich Sprachförderung).

Über den vorgesehenen Projektrahmen hinaus arbeitete die Stiftung Pfefferwerk an der Umsetzung des aus dem Programm ERASMUS+ geförderten Projekts „Minorities Groups Education through Arts“ (META), das gemeinsam mit Partnerorganisationen in Belgien und Italien durchgeführt wurde und auf die bessere Integration von Kindern unterschiedlicher Herkunft mittels kultureller Bildung an Schulen abzielte (www.meta-project.eu).

Die Stiftung Pfefferwerk nahm an der Fachveranstaltung zur sozialen Ökonomie anlässlich der Generalversammlung von REVES im Juni in Florenz teil und war Gast der Konferenz anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Netzwerks MUS-e in Bern.

Jahresbericht 2019

Bericht des Vorstandes der Stiftung Pfefferwerk

zur Tätigkeit im Jahr 2019

Vorbemerkungen

Die Tätigkeit der Stiftung Pfefferwerk erfolgte im Berichtszeitraum weiterhin auf der Grundlage der im Jahr 2000 genehmigten Verfassung und nachfolgender Änderungen mit Stand von November 2010 sowie den Geschäftsordnungen von Stiftungsrat und Vorstand, beide ebenfalls aus dem Jahr 2000. Gemäß Verfassung bestehen sechs Stiftungszwecke, die durch die Vergabe von Fördermitteln und durch operative Aktivitäten verwirklicht werden. Auf Beschluss des Stiftungsrates lagen die Schwerpunkte auch im Jahr 2019 auf den beiden Stiftungszwecken berufliche Bildung und Volksbildung sowie generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit.

Im Berichtszeitraum wurden die Stiftungszwecke im Besonderen dadurch erfüllt, dass projektbezogen Zuwendungen ausgereicht wurden. Dies erfolgte gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen der Förderung und den Förderrichtlinien der Stiftung Pfefferwerk, also zunächst die Fassungen vom 26.09.2011, im Verlauf gemäß den am 25.03.2019 verabschiedeten neugefassten Grundsätzen und den mit Beschluss des Stiftungsrates vom 12.08.2019 aktualisierten Förderrichtlinien.

Auf dieser Grundlage bewilligte die Stiftung Pfefferwerk 2019 aus eigenen Mitteln für 65 Projekte gemeinnütziger Träger und fünf bedürftige Einzelpersonen bzw. ihre Familien Fördermittel/Zuschüsse in Höhe von 250.230,00 Euro. Davon waren 32 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 111.370,00 Euro im Stiftungszweck berufliche Bildung und Volksbildung angesiedelt. Für die 17 ausgereichten Projektförderungen, die im Jahr 2019 dem Stiftungszweck generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit zuzuordnen waren, stellte die Stiftung Pfefferwerk 81.710,00 Euro zur Verfügung. Hierbei ist anzumerken, dass die bezuschussten Projekte zwar jeweils einem Stiftungszweck zugeordnet wurden, tatsächlich aber aufgrund der Inhalte bzw. Zielgruppe häufig mehrere erfüllten. Eine detaillierte Einzelaufstellung aller ausgereichten Förderungen befindet sich im Anhang.

Regional betrachtet, fand fast jedes Dritte der von der Stiftung Pfefferwerk 2019 geförderten Projekte zumindest teilweise im Bezirk Pankow statt, darunter auch mehrere berlinweit ausgerichtete Projekte. Rund jedes zehnte Projekt war jeweils in den Bezirken Neukölln, Friedrichshain/Kreuzberg, Mitte (insbesondere im Stadtteil Wedding) oder Treptow/Köpenick verortet. Darüber hinaus reichte die Stiftung Pfefferwerk jeweils mehrere Zuwendungen für Angebote gemeinnütziger Träger in den Bezirken Lichtenberg/Hohenschönhausen, Spandau, Tempelhof/Schöneberg sowie Charlottenburg/Wilmersdorf aus, wobei sich alle diese Projekte vorrangig oder auch explizit an Menschen mit Migrationshintergrund richteten, darunter auch viele mit aktueller Fluchterfahrung. Betrachtet man alle von der Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum geförderten Projekte unter diesem Aspekt, so trifft das bei mehr als der Hälfte zu. Einige der geförderten Projekte zielten speziell auf die Verbesserung der Integration von Langzeitarbeitslosen und von Menschen mit Beeinträchtigungen ab.  

Zusätzlich zu den ausgereichten Fördermitteln wendete die Stiftung Pfefferwerk zur Erfüllung der Stiftungszwecke Personal- und Sachkosten für operative, eigene Aktivitäten auf. Neben der Beteiligung an zwei wesentlich aus dem Programm ERASMUS+ finanzierten Projekten war der Fokus in dem Kontext besonders auf den Standort Pfefferberg gerichtet. Deshalb führte die Stiftung Pfefferwerk auf dem Gelände u.a. mehrere Veranstaltungen durch.

Auf dem Pfefferberg wurde auch am 12.12.2019 gemeinsam mit Gästen aus der Berliner Projektelandschaft, aus Politik und Verwaltung, Schulen und Verbänden sowie ehemaligen und aktuellen Akteure auf dem Pfefferberg das zwanzigjährige Bestehen der Stiftung Pfefferwerk gefeiert. Unter den Gästen waren Felix Oldenburg, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen e.V., sowie die Staatssekretäre Vera Junker (Finanzen), Christian Rickerts (Wirtschaft, Energie und Betriebe) und Gerry Woop (Kultur). Auf dem Programm standen u.a. eine Präsentation der in den zurückliegenden Monaten aus dem Programm „Mit Deiner Idee geht mehr!“ geförderten Projekte, ein Tag des offenen Pfefferbergs sowie ein Podiumsgespräch zum Thema "Visionen. Positionen. Konditionen – Der Pfefferberg in den 1990gern“ mit Protagonist/innen aus dieser Zeit.

Administration

1. Organe der Stiftung

1.1.Stiftungsrat

Der Stiftungsrat war ehrenamtlich tätig. Die Mitglieder kamen im Berichtszeitraum zu drei ordentlichen Sitzungen zusammen und erhielten dafür eine Aufwandsentschädigung. Bei Bedarf fanden weitere Gespräche einzelner Mitglieder des Rates mit dem Vorstand statt.

Dem Stiftungsrat gehörten im Jahr 2019 folgende Mitglieder an:

  • Christine Keil (bis 10/2016 Bezirksstadträtin) - Vorsitzende des Stiftungsrates;
  • Claudia Nier (Architektin) - stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates;
  • Rona Tietje (Bezirksstadträtin Pankow);
  • RA Norbert Ellermann (Steuerberater);
  • Günther Öchsner (Dipl.Volkswirt).

1.2.Vorstand

Den geschäftsführenden Vorstand bildeten weiterhin Margitta Haertel, Vorsitzende des Vorstands, und als stellvertretende Vorsitzende Karin Scheurich. Er hat im Haus 12 auf dem Pfefferberg (Schönhauser Allee 176/ Christinenstraße 18-19) seinen Sitz.

2. Mitgliedschaften

Im Berichtszeitraum setzte die Stiftung Pfefferwerk die Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. fort. In diesem Rahmen war sie auf dem Berliner Stiftungstag und auf dem bundesweiten Treffen in Mannheim vertreten. Sie nahm an der Berliner Stiftungswoche und thematischen Fachveranstaltungen teil. Im September 2019 traf sich erneut das Stiftungsnetzwerk Bildung zu seinem Bundestreffen auf dem Pfefferberg. 

Stellvertretend für den Pfefferberg nahm die Stiftung Pfefferwerk 2019 die Mitgliedschaft bei der Europäischen Route der Industriekultur, ERIH e.V., sowie als Partner der Route der Industriekultur Berlin wahr und führte ihre eigene Mitgliedschaft im Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie (REVES) sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. fort.

Operative und fördernde Tätigkeit

Gemäß ihrer Verfassung ist die Stiftung Pfefferwerk sowohl fördernd als auch operativ in den Zwecken Umweltschutz, Denkmalschutz, berufliche Bildung und Volksbildung, generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke gemäß § 53 Abgabenordnung), Kultur und Völkerverständigung tätig und verbindet das mit dem Anspruch, die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze zu befördern, arbeitsmarktpolitische Aktivitäten zu unterstützen und/oder die Chancen Benachteiligter auf eine Integration in das Erwerbsleben zu verbessern.

1. Umweltschutz

In diesem Stiftungszweck bewilligte die Stiftung Pfefferwerk 2019 aus dem Förderprogramm Mit Deiner Idee geht mehr! drei gemeinnützigen Trägern Zuschüsse für Projekte, in deren Rahmen insbesondere Jugendliche in Pankower Jugend- und Freizeiteinrichtungen Garten- und Grünflächen herrichteten, pflegten und teilweise mit Bewässerungsanlagen ausstatteten.

In dem weiteren geförderten Projekt eines gemeinnützigen Trägers in Kreuzberg wurden vorwiegend benachteiligte Menschen, darunter einige mit aktuellem Fluchthintergrund, gärtnerisch tätig.            (Gesamtfördersumme 14.950,00 Euro)

Intention des 2017 von der Stiftung Pfefferwerk aufgelegten Förderprogramms ReparierFonds ist es, das Thema Reparieren mit Berufsorientierung an Schulen zu verknüpfen und darüber hinaus einen Beitrag zur Umweltbildung zu leisten. Im Kontext dessen kam die Stiftung Pfefferwerk im Frühjahr 2019 in Kontakt mit dem Fachgebiet Arbeitslehre/Technik und Partizipation am Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre der TU Berlin. Unter Einbindung der teilnehmenden Akteure an Schulen begann dort im Herbst eine Auswertung der bisherigen Erfahrungen mit dem Konzept.

Im Juni 2019 erhielt die Stiftung Pfefferwerk für die Entwicklung und Umsetzung dieses Förderprogramms von Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V. eine Ehrenurkunde als „Kooperationspartner von Umweltschulen“.

2. Denkmalschutz

Auch 2019 beteiligte sich die Stiftung Pfefferwerk mit einem Zuschuss an den gemeinnützigen Denk mal an Berlin e.V. an der Finanzierung von Workshops bzw. Projektwochen, die in Kooperation von sieben bezirklichen Museen mit acht Bildungseinrichtungen im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals stattfanden.

Aedes Network Campus gGmbH erhielt eine Zuwendung für die Durchführung von Workshops zum Thema Architektur und Stadtentwicklung auf dem Pfefferberg.                                                                        (Gesamtfördersumme 8.500,00 Euro)

Die Stiftung Pfefferwerk realisierte im Rahmen ihrer operativen Aktivitäten auf dem Pfefferberg-Gelände mehrfach Führungen zur Geschichte und Entwicklung des Areals für Besucher/innen aus dem In- und Ausland, darunter drei Führungen zum Tag des offenen Denkmals. Ermöglicht dank der aktiven Mitwirkung der auf dem Gelände ansässigen Einrichtungen und Institutionen, beinhaltete das Programm anlässlich 20 Jahre Stiftung Pfefferwerk einen Tag des offenen Pfefferbergs mit gestaffelten, teils parallelen Führungen in alle Gebäude und die Tiefkeller.

Im Juni 2019 beteiligte sich die Stiftung Pfefferwerk, unterstützt von anderen Pfefferberg-Akteuren, mit zwei Veranstaltungen zum Thema „Pfefferberg: Industriekultur und Arbeitsort“ am nochmals aufgelegten Programm für Berliner Schülerinnen und Schüler zum Europäischen Kulturerbejahr (ECHY). Darüber hinaus nutzte der Ausbildungsbereich der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH dieses speziell für Jugendliche entwickelte Angebot.

Gemeinsam mit Auszubildenden der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH erarbeitete die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum eine großflächige Informationstafel zur Geschichte des Pfefferbergs. Weiter setzte sie sich 2019 erfolgreich für die Aufnahme des Pfefferbergs in die Themenroute „Warmes Licht und kühles Bier“, die neu konzipierte Radroute 1 der Industriekultur Berlin, ein. Ganzjährig bestand ein reger Austausch mit dem Berliner Zentrum für Industriekultur (bzi), das in Berlin federführend für beide Routen der Industriekultur ist.

3. Berufliche Bildung und Volksbildung

3.1. Bei der Vergabe von Fördermitteln legte die Stiftung Pfefferwerk auch 2019 einen Schwerpunkt auf die Bezuschussung von Angeboten gemeinnütziger Träger zur Unterstützung der beruflichen Orientierung von benachteiligten Jugendlichen:

  • Im Rahmen ihres Förderprogramms selbeR.machen, das den Fokus auf die Unterstützung handwerklicher und kreativer Aktivitäten legt, bewilligte sie in der Fördersäule 1 Mit Deiner Idee geht mehr! und in der Fördersäule 2 ReparierFonds für jeweils acht Projekte Zuwendungen von insgesamt 20.250,00 bzw. 31.200,00 Euro. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass bei Fördersäule 1, wie aus der beigefügten Einzelübersicht über die 2019 ausgereichten Projektförderungen hervorgeht, aus inhaltlichen Erwägungen drei der geförderten Projekte dem Förderzweck Umweltschutz und ein Projekt dem Förderzweck Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (1) Kinder- und Jugendhilfe zugeordnet wurden.
  • Darüber hinaus reichte sie Zuschüsse für weitere sechs Projekte zur Unterstützung der beruflichen Orientierung von benachteiligten Jugendlichen durch handwerkliche und kreative Aktivitäten aus.
  • Elf Projekte wurden 2019 gefördert, damit benachteiligte Kinder und Jugendliche ihre Lernergebnisse verbessern und dafür kostenfrei Angebote zur Nachhilfe und/oder Sprachförderung nutzen können.  (Gesamtfördersumme 99.950 Euro)

3.2. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Förderung von Angeboten gemeinnütziger Träger, die darauf abzielen, die Chancen benachteiligter Erwachsener auf den Einstieg ins Erwerbsleben zu verbessern. Für vier solcher Projekte stellte die Stiftung Pfefferwerk 2019 Zuschüsse in Höhe von insgesamt 11.420,00 Euro zur Verfügung.

Im operativen Bereich engagierte sich die Stiftung Pfefferwerk auch 2019 für die Weiterentwicklung der Idee, das Thema Reparieren mit Berufsorientierung an Schulen zu verknüpfen (s.o.). Dazu organisierte sie u.a. ein Netzwerktreffen an der TU Berlin.

Mehrfach erläuterte sie im Berichtszeitraum auf Anfrage aus dem In- und Ausland das Modell Stiftung Pfefferwerk und Pfefferberg, beispielsweise auf Einladung des euclid Netzwerkes am Rande des ImpactFests „Growing Ecosystems for Social Impact - The role of Cities and Regions“ im November in Den Haag oder im Zuge einer Best Practice Sammlung SOCIAL ECONOMY & CLUSTERS, initiiert von GECES, der Expertengruppe für Soziales Unternehmertum (social business) bei der Europäischen Kommission.

4. Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit

Vor dem Hintergrund der andauernden Herausforderungen bei der (weiteren) Integration von Menschen mit aktuellem Fluchthintergrund war im Berichtszeitraum der Fokus der Arbeit in diesem Stiftungszweck in besonderem Maße auf den Bereich der Wohlfahrtspflege gerichtet.

4.1       Kinder- und Jugendhilfe

Die Stiftung Pfefferwerk vergab 2019 nochmals einen Zuschuss als Kofinanzierung für ein mehrjähriges Projekt des gemeinnützigen Wir im Brunnenviertel e.V., bei dem engagierte Jugendliche, die meisten von ihnen mit Migrationshintergrund, Bildungs- und Freizeitangebote für geflüchtete Jugendliche realisieren.

Zwei gemeinnützige Vereine erhielten eine Zuwendung für die Anschaffung von Sachmitteln, damit Jugendliche in den von ihnen genutzten Freizeiteinrichtungen nach ihren Ideen selbst Hand anlegen können.        (Gesamtfördersumme 8.400 Euro)

4.2       Wohlfahrtspflege

Im Jahr 2019 bewilligte die Stiftung Pfefferwerk Zuwendungen für insgesamt 16 Projekte gemeinnütziger Träger, die in diesem Bereich angesiedelt waren. Somit konnte sie vielfältige, teils niedrigschwellige Bildungs-, Beratungs- und Beschäftigungsangebote ermöglichen bzw. unterstützen. Die geförderten Projekte spiegelten einerseits ein breites Spektrum an Bedarfen und Voraussetzungen bei unterschiedlichen Ziel- und Altersgruppen, andererseits ein hohes zivilgesellschaftliches Engagement vielerorts in Berlin.                                                            (Gesamtfördersumme 73.310 Euro)

Operativ wurde die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum u.a. tätig, indem sie im Beirat von zwei Projekten mitarbeitete, die wesentlich aus dem Programm „Partnerschaft, Entwicklung, Beschäftigung“ finanziert wurden. Das zentrale Anliegen beider Projekte bestand darin, Erwerbslose zu qualifizieren und (wieder) in Beschäftigung zu bringen. Träger waren die gemeinnützigen Organisationen WeTeK Berlin gGmbH und emPATI gGmbH.

Zudem setzte die Stiftung Pfefferwerk ganzjährig die aktive Mitarbeit in dem aus dem Programm ERASMUS+ finanzierten Projekt „Manifest für inklusives Lernen“ fort. Dieses von der Universität Florenz konzipierte Projekt zielt darauf ab, die Zugangsmöglichkeiten von Geflüchteten und anderen Menschen mit Migrationshintergrund zu Bildung zu verbessern und den Austausch über gute Ansätze der Wissensvermittlung insbesondere für Erwachsene zu befördern. Dabei nehmen Modelle/Formate/Praktiken für den Erwerb von Kompetenzen für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt einen wesentlichen Platz ein. Den Höhepunkt im Rahmen der Aktivitäten der Stiftung Pfefferwerk bildete die Vorbereitung und Realisierung eines einwöchigen Seminars in Berlin mit Teilnehmenden aus Griechenland, Italien, Polen, Finnland und den Niederlanden, in dessen Durchführung sie Akteure von rund 15 Berliner Einrichtungen und Initiativen einbinden konnte.

Koordiniert von der Beratungsgesellschaft Coompanion in Göteborg, startete im September 2019 mit EXPRESS (EXchange of Practices in Refugees and migrants Self-entrepreneurship Solutions) ein weiteres aus ERASMUS+ finanziertes Projekt, in dem die Stiftung Pfefferwerk mitarbeitet.

4.3       Mildtätige Zwecke

Aus eigenen Mitteln unterstützte die Stiftung Pfefferwerk 2019 zwei bedürftige Jugendliche bzw. ihre Familien jeweils kontinuierlich bei der Finanzierung des monatlichen Eigenanteils für den Besuch einer freien Schule. Darüber hinaus unterstützte sie einen jungen Mann aus Afghanistan bei der Finanzierung eines zusätzlichen Deutschkurses und so bei der Weiterführung seiner Ausbildung und eine junge Frau mit Wurzeln in Madagaskar bei der Finanzierung der Gebühren für eine Sprachprüfung.                                                           (Gesamtsumme 1.900 Euro)

Aus dem Programm „KinderZukunft“ des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. bzw. seiner Stiftung für den Bezirk Pankow gab die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum einen Betrag von 4.477,60 Euro weiter, der 71 bedürftigen Kindern bzw. deren Familien zu Gute kam.

5. Kultur

Zwei der drei Zuwendungen im Rahmen des Stiftungszwecks Kultur, deren Gesamthöhe  sich im Berichtszeitraum auf 12.600,00 Euro belief, wurden an den gemeinnützigen Träger WeTeK Berlin gGmbH ausgereicht. Sie dienten der Kofinanzierung von Beratungs- und Qualifizierungsangeboten für Kreative und Künstler/innen. Die andere Zuwendung ging an einen gemeinnützigen Verein, um Studierende einer Schauspielschule bei der Erarbeitung einer Inszenierung und damit bei der Professionalisierung bzw. beim Vorspielen zu unterstützen.

6. Völkerverständigung

Im Jahr 2019 vergab die Stiftung Pfefferwerk Zuwendungen in Höhe von insgesamt 19.200,00 Euro an fünf gemeinnützigen Vereine. Bei den geförderten Projekten, jeweils Kofinanzierungen, handelte es sich um in Berlin durchgeführte internationale Begegnungen mit einem Fokus auf arbeitsmarktbezogene Kompetenzentwicklung der Teilnehmenden bzw. auf Fragen kultureller Identität vermittelt über das Kochen sowie um die Unterstützung bei der interkulturellen Öffnung in der Jugendhilfe.

Im Rahmen ihrer operativen Aktivitäten konzipierte und organisierte die Stiftung Pfefferwerk in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle von REVES, dem Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie mit Sitz in Brüssel, den Fachtag „Gemeinsam Perspektiven schaffen - kooperatives Handeln im Kontext von Schule und Kita“. Rund 50 Teilnehmende aus acht Ländern, darunter von der Europäischen Kommission, kamen zu dieser Veranstaltung im Januar 2019 auf den Pfefferberg. Am Rande traf sich darüber hinaus am Folgetag der Vorstand von REVES.